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Präphysik

Eine methodische Infrastruktur zur Prüfung, wann physikalische Aussagen über ihre bestätigten Regime hinaus legitim anwendbar bleiben.

Veröffentlicht April 2026
ISBN 979-8253904121
Forschungsarchiv 11 Papers · Zenodo
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Worum es in diesem Buch geht

Ein diagnostischer Rahmen für Bedingungen physikalischer Anwendbarkeit · Harald Zierhut mit Thomas Schwarz · 2026
Das Buch greift auf elf Forschungsarbeiten zurück, ist aber keine bloße Zusammenstellung. Sichtbar gemacht werden die Architektur des Programms, die kumulative Logik seiner Schichten und — in den Schlusskapiteln — ein Notwendigkeitsargument dafür, warum eine solche diagnostische Infrastruktur nicht optional ist, sobald physikalische Aussagen über ihre bestätigten Regime hinaus ausgedehnt werden.
Dieses Buch entwickelt die Infrastruktur, um genau diese Frage belastbar stellen zu können. In dreizehn Kapiteln und acht architektonischen Schichten entfaltet es Anwendbarkeitsdiagnostik: ein formales Prüfprotokoll dafür, ob die strukturellen Voraussetzungen, Ebenenbeschränkungen, Domänengrenzen und Validierungsanforderungen einer physikalischen Theorie erfüllt sind, bevor ein Anwendungssatz überhaupt lizenziert werden kann. Das Protokoll liefert bestimmte, reproduzierbare Urteile — PASS, OPEN oder Grenze der Anwendbarkeit — und lässt sich auf Kosmologie, Quantenmechanik, Ursprungsstrategien und KI-basierte Physik anwenden.
Die Schlusskapitel verdichten diesen Aufbau zu einem Notwendigkeitsargument: Eine Disziplin, die ihre eigenen Anwendungssätze lizenzieren können muss, benötigt eine explizite diagnostische Infrastruktur. Eine solche Infrastruktur ist kein Anhängsel der Physik, sondern eine ihrer strukturellen Voraussetzungen.

„Eine Messung ohne ausgewiesene Unsicherheit ist nicht falsch, sondern unvollständig. Ein physikalischer Anspruch ohne offengelegte Geltungsbedingungen ist nicht widerlegt, sondern ungeprüft. Dieses Buch liefert die Werkzeuge, um diese Prüfung nachzuholen.“

Erhältlich auf Amazon · Print & E-Book · Open-Access-Arbeiten auf Zenodo

Warum Präphysik
und warum jetzt?

Die Physik setzt ihre Theorien routinemäßig ein — in der Kosmologie, in der Quantenmechanik und in KI-gestützter Modellierung — und zwar oft in Regimen, die weit über jene hinausreichen, in denen sie direkt bestätigt wurden. Die übliche Praxis besteht darin, Anwendbarkeit einfach vorauszusetzen und Anomalien als Probleme der Modellwahl zu behandeln. Die vorgängige Frage — sind die Geltungsbedingungen dieses Einsatzes erfüllt? — bleibt ungestellt und damit unbeantwortet.

Die Lizenzierungslücke

Jede physikalische Theorie trägt implizite Anwendbarkeitsbedingungen in sich: strukturelle Voraussetzungen, Ebenenbeschränkungen, Domänengrenzen. Wird eine Theorie über ihr validiertes Regime hinaus eingesetzt, müssen diese Bedingungen geprüft werden — nicht stillschweigend vorausgesetzt. Ohne diese Prüfung lassen sich Anomalien nicht korrekt zuordnen.

Die fehlende Infrastruktur

Die Physik verfügt über hochentwickelte Instrumente für interne Konsistenz, Vorhersagegenauigkeit und empirischen Fit — es fehlt jedoch eine systematische Infrastruktur, um Anwendbarkeitsbedingungen über verschiedene Einsatzregime hinweg nachzuverfolgen und offenzulegen. Präphysik baut genau diese Infrastruktur auf.

Nicht anti-physikalisch

Das diagnostische Urteil OPEN bedeutet nicht „falsch“. Es bedeutet „diagnostisch unvollständig“ — die Geltungsbedingungen wurden im jeweiligen Einsatzregime noch nicht etabliert. OPEN ist vollständig vereinbar mit der weiteren Nutzung von ΛCDM, Quantenmechanik und KI-basierter Physik.

Die Metrologie-Analogie

Eine Messung ohne ausgewiesene Unsicherheit ist nicht falsch — sie ist unvollständig. Genauso gilt: Ein physikalischer Anspruch ohne offengelegte Geltungsbedingungen ist nicht widerlegt — er ist ungeprüft. Präphysik ergänzt die physikalische Praxis genau um diese Transparenzschicht.

Die Forderung, dass Geltungsbedingungen ausdrücklich benannt und nicht stillschweigend vorausgesetzt werden, bildet den Kern des präphysikalischen Programms. Daraus entsteht ein neuer Forschungsmodus: weder Physik noch klassische Wissenschaftsphilosophie, sondern eine strukturelle Voraussetzung für beides.

Aktuelle Bücher

Prephysics Buchcover
Veröffentlicht bei Amazon / KDP

Prephysics: A Diagnostic Framework for Conditions of Physical Applicability

Veröffentlicht · April 2026 ISBN 979-8253904121

Die Physik hat unser Verständnis der Welt grundlegend verändert. Doch sobald eine Theorie über den Bereich hinaus ausgedehnt wird, in dem ihr formaler und empirischer Erfolg gesichert ist, stellt sich eine vorgängige Frage: Unter welchen Bedingungen ist eine solche Ausdehnung physikalisch überhaupt legitim? Prephysics entwickelt dafür einen diagnostischen Rahmen. Das Buch rekonstruiert die minimalen Anwendbarkeitsbedingungen physikalischer Beschreibung und zeigt, wie ungelöste Spannungen in der Kosmologie, in den Grundlagen der Quantenmechanik und in KI-getriebener Physik als Anwendbarkeitsfehler statt bloß als Mangel mathematischer Stärke verstanden werden können.

Jetzt über Amazon / KDP verfügbar. Die Open-Access-Papers, auf denen das Programm aufbaut, bleiben über die Zenodo-Community frei zugänglich.

Two Symptoms, One Failure Buchcover
Zweite Monographie

Two Symptoms, One Failure

Coming soon Veröffentlichung in den kommenden Wochen

Dunkle Materie und das Problem der kosmologischen Konstante werden meist als zwei getrennte Rätsel behandelt. Two Symptoms, One Failure argumentiert dagegen, dass beide besser als doppelte Hinweise auf ein tieferes methodisches Defizit verstanden werden: das Fehlen explizit ausgewiesener Anwendbarkeitsbedingungen auf kosmologischer Ebene. Das Buch zeigt, wie zwei der hartnäckigsten Spannungen der gegenwärtigen Kosmologie nicht als isolierte Anomalien, sondern als strukturell verbundene Symptome ein und desselben Fehlermusters gelesen werden können.

Das zweite Buch wird hier bereits angekündigt und in Kürze veröffentlicht. Bis dahin kann die umgebende Forschungsarchitektur schon über die folgenden Papers erschlossen werden.

Ausgewählte Publikationen

Elf peer-archivierte Arbeiten über neun Architekturebenen hinweg — von strukturellen Voraussetzungen bis zur abschließenden präphysikalischen Wendung. Jeder Eintrag ist einzeln zitierbar und über einen persistenten DOI verankert.

1
Strukturelle Voraussetzungen: Sieben Möglichkeitsbedingungen physikalischer Beschreibung
Zierhut, H. & Schwarz, T. · 2026a · Ebene I
DOI: 10.5281/zenodo.19186647
Ebene I
2
Beschreibungsebenen: Ein diagnostischer Rahmen für Bedingungen physikalischer Anwendbarkeit
Zierhut, H. & Schwarz, T. · 2026b · Ebene II
DOI: 10.5281/zenodo.18214023
Ebene II
3
Wenn physikalische Anwendbarkeit versagt: Ein diagnostisches Protokoll für probabilistische Aussagen
Zierhut, H. & Schwarz, T. · 2026c · Ebene III
DOI: 10.5281/zenodo.19134159
Ebene III
4
Wenn KI „Physik entdeckt“: Ein Urteilsprotokoll für Machine-Learning-Ansprüche
Zierhut, H. & Schwarz, T. · 2026d · Ebene III
DOI: 10.5281/zenodo.19035510
Ebene III
5
Wenn Interpretationen den Test nicht bestehen: Anwendbarkeitsdiagnostik für die Quantenmechanik
Zierhut, H. & Schwarz, T. · 2026e · Ebene IV
DOI: 10.5281/zenodo.19145302
Ebene IV
6
Wenn die Physik ihren eigenen Anfang verlangt: Der Regress der Anfangsbedingungen in der Kosmologie
Zierhut, H. & Schwarz, T. · 2026f · Ebene V
DOI: 10.5281/zenodo.18968140
Ebene V
7
Was Ursprungsstrategien nicht vermeiden können
Zierhut, H. · 2026g · Ebene VI
DOI: 10.5281/zenodo.19035925
Ebene VI
8
Wenn das Rahmenwerk sich selbst auditiert: Selbstanwendbarkeit und die strukturelle Grenze physikalischer Erklärung
Zierhut, H. · 2026h · Ebene VII
DOI: 10.5281/zenodo.19146171
Ebene VII
9
Warum Anwendbarkeitsbedingungen notwendig sind: Ein Vierzehn-Fälle-Argument
Zierhut, H. · 2026i · Ebene VIII
DOI: 10.5281/zenodo.19162507
Ebene VIII
10
Das Regimeprofil der Allgemeinen Relativität: Ein Audit von Validierung und Lizenzierung von ΛCDM
Zierhut, H. · 2026j · Ebene V
DOI: 10.5281/zenodo.18956631
Ebene V
11
Die präphysikalische Wende
Zierhut, H. · 2026k · Ebene IX · Abschluss
DOI: 10.5281/zenodo.19038967
Ebene IX
→ Die vollständige Zenodo-Community anzeigen: applicability-diagnostics

Die Autoren

Harald Zierhut
Autor · Principal Investigator

Harald Zierhut leitet das Präphysik-Programm. Sein Schwerpunkt liegt auf den Grenzen physikalischer Erklärung, kosmologischen Grenzfragen und den diagnostischen Bedingungen legitimer physikalischer Anwendbarkeit.

Thomas Schwarz
Mitautor · analytischer Kollaborateur

Thomas Schwarz wirkt als Mitautor und analytischer Kollaborateur mit. Sein Hintergrund in Technologie, Systemdenken und Strukturanalyse stärkt den Fokus des Programms auf explizite Kriterien, Transparenz und disziplinierte Anwendbarkeitsprüfungen.

Präphysik als Forschungsfeld

Die Frage „Wann ist eine physikalische Theorie hier anwendbar?“ ist keine Frage, die die Physik selbst beantwortet. Sie ist eine vorgängige Frage — eine präphysikalische Frage. Ihre Beantwortung verlangt einen disziplinären Modus, der sich sowohl von der Physik im engeren Sinn als auch von klassischer Wissenschaftsphilosophie sowie von Wissenschaftssoziologie und Wissenschaftsgeschichte unterscheidet.

„Präphysik ist keine Kritik an der Physik. Sie ist die systematische Untersuchung jener Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor eine physikalische Beschreibung legitim angewandt werden kann — jener Infrastruktur also, die die Physik voraussetzt, aber nicht selbst bereitstellt.“

Das Programm der Anwendbarkeitsdiagnostik ist ein systematischer Versuch, diese Einsicht zu operationalisieren: Sie aus einer philosophischen Beobachtung in ein diagnostisches Instrument mit bestimmten Ausgängen zu überführen — Urteilen (PASS / OPEN / FAIL), die reproduzierbar, auditierbar und mit neuer Evidenz aktualisierbar sind.

Das Programm baut auf Arbeiten von Nancy Cartwright, Margaret Morrison, Michael Weisberg, Roman Frigg, Michela Massimi sowie den Beiträgen des Bandes Philosophy of Astrophysics (Boyd et al., 2023) auf — Forschenden also, die gezeigt haben, dass das Verhältnis von Theorie und Anwendung in der Physik weder transparent noch selbstlizenzierend ist. Der Beitrag der Anwendbarkeitsdiagnostik besteht darin, diese Einsicht in ein arbeitsfähiges diagnostisches Instrument zu überführen.

Das Buch und seine zugrunde liegenden Arbeiten richten sich primär an Physikphilosoph:innen und Wissenschaftsphilosoph:innen, sekundär an Kosmolog:innen und theoretische Physiker:innen mit methodologischem Interesse und im KI-Kapitel an Forschende, die sich mit dem epistemischen Status maschinell erzeugter physikalischer Ansprüche befassen.

Impressum

Medieninhaber und für den Inhalt verantwortlich
Harald Zierhut
Unabhängiger Forscher
Tannenstraße 6
A-4484 Kronstorf
Österreich
E-Mail: [email protected]

Unternehmensgegenstand / Zweck der Website
Nicht-kommerzielle wissenschaftliche Information über das Forschungsprogramm Präphysik, insbesondere über die Monographie, Open-Access-Arbeiten, Autorenangaben und Verlinkungen zu externen Forschungsrepositorien.

Blattlinie
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Autor: Harald Zierhut
Mitautor: Thomas Schwarz
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