Was muss vorher geklärt sein?
Ist klar, worauf sich die Aussage bezieht, wie Theorie und Messung verbunden sind und welche Annahmen das Ergebnis tragen?
Wissenschaftliche Grundlage: P1Forschungsprogramm Präphysik
Eine Rechnung kann korrekt sein und ein Messergebnis präzise — trotzdem kann die daraus gezogene Aussage zu weit gehen. Präphysik prüft, ob genau diese Schlussfolgerung durch ihre Voraussetzungen, ihr Modell und die vorhandenen Belege gedeckt ist.
In 30 Sekunden
Der Aufbau der Methode besteht aus drei Teilen. Für das Verständnis reichen zunächst diese Fragen:
Ist klar, worauf sich die Aussage bezieht, wie Theorie und Messung verbunden sind und welche Annahmen das Ergebnis tragen?
Wissenschaftliche Grundlage: P1Wenn wir von Voraussetzungen zu einem Modell, von einem Modell zu Daten oder von Daten zu einer Deutung wechseln: Ist dieser Übergang ausreichend begründet?
Wissenschaftliche Grundlage: P2Für eine konkrete, datierte Aussage wird geprüft, ob noch ein für ihre Anwendbarkeit entscheidendes Problem offenbleibt.
Wissenschaftliche Grundlage: P3Was ein Ergebnis bedeutet
Die Begriffe beziehen sich immer auf eine konkrete Aussage zu einem bestimmten Wissensstand. Sie sind keine pauschalen Urteile über eine ganze Theorie.
Für die geprüfte Aussage bleibt unter den festgelegten Bedingungen kein entscheidender offener Punkt mehr.
Nicht gleichbedeutend mit: „wahr“.Etwas Entscheidendes ist noch nicht ausreichend geklärt. Gleichzeitig ist nicht gezeigt, dass eine Lösung unmöglich ist.
Nicht gleichbedeutend mit: „falsch“.Dieser stärkste Befund wird nur vergeben, wenn positiv gezeigt ist, dass die konkrete Aussage ihre notwendigen Anwendbarkeitsbedingungen nicht erfüllen kann.
Ein ungelöstes Problem allein genügt nicht.Vier öffentliche Prüfungen
Zwei Fälle sind offen, zwei bestanden. Keiner erreicht derzeit die Schwelle eines Verlusts der Anwendbarkeit. Diese vier Beispiele zeigen die Arbeitsweise. Sie zeigen noch nicht, wie zuverlässig die Methode in einer großen Zahl unabhängiger Fälle arbeitet.
Offen
Die Messung war stark; für den vollen Ausschluss blieb die Kontrolle möglicher Messstörungen jedoch noch unvollständig.
2014 offen · 2015 bestanden
Zwei unterschiedliche Aussagen bei zwei Wissensständen zeigen, warum spätere Belege einen früheren Befund nicht rückwirkend umschreiben.
Bestanden
Die bekannte 4,2σ-Abweichung trägt — aber nur relativ zu dem ausdrücklich festgelegten theoretischen Vergleich.
Zusätzliche Fallstudie · nicht Teil der 2/2/0-Bilanz
Hier geht es nicht um eines der vier Prüfergebnisse, sondern um Kommunikation: Wie aus einem begrenzten wissenschaftlichen Befund in einer besonders sichtbaren Kurzfassung eine deutlich stärkere Aussage werden kann.
Wissenschaftliche Grundlage
P1, P2 und P3 sind die formale Grundlage hinter der verständlichen öffentlichen Darstellung. Die Fachbegriffe stehen hier bewusst erst an zweiter Stelle.
Welche Voraussetzungen muss eine physikalische Aussage grundsätzlich erfüllen?
Zur Arbeit ↗Welche zusätzliche Begründung braucht der Schritt zwischen Voraussetzung, Theorie und Beobachtung?
Zur Arbeit ↗Sind diese Anforderungen für eine bestimmte, genau dokumentierte Aussage zu einem bestimmten Zeitpunkt erfüllt?
Zur Arbeit ↗P9 · Functional Incompleteness Argument (FIA). Der FIA bestimmt drei Informationsarten, die für eine vollständige, nachprüfbare Anwendbarkeitsdiagnose rückgewinnbar und nicht durcheinander ersetzbar sein müssen: Anforderungen, Übergangsbegründungen und Token-Erfüllung. P1 → P2 → P3 ist eine konkrete Realisierung dieser Applicability-Diagnostic Function. P9 bleibt der separate Necessity- und Musteranker, keine vierte Verdiktstufe.