P1–P3 Reporting Layer · D1

Reporting Specification v1.0

Freigegeben · 23. August 2026. Öffentliches Reporting setzt die Erhaltungspflichten von P3 fort: Verdichtung darf die Darstellung vereinfachen, aber Claim, Comparator, Zeitpunkt, Scope, Befunde oder Record-Semantik nicht verändern.

01Sechs sichtbare Felder

Jeder öffentliche Run-Bericht folgt derselben Sechs-Felder-Grammatik.

Die Felder werden vor der ersten Fallkarte eingefroren. Sie sind Reporting-Regeln und keine fallbezogenen Redaktionsentscheidungen.

1 · Geprüft

Den gelockten Claim erhalten.

Das exakte Cᵛ aus dem Run Record verwenden. Originalsprache beibehalten. Den Claim weder übersetzen noch erweitern oder kategorial aufwerten.

2 · Stand

tR sichtbar halten.

Run-Datum und Evidenz-/Praxisstand bleiben Teil des Verdicts. Spätere Evidenz überschreibt keinen früheren Run.

3 · Verdikt

PASS · OPEN · LoA

Das claim-level Verdikt ausweisen. Bei Loss of Applicability muss die Fallseite den Untertyp LoA-T oder LoA-K sichtbar nennen.

4 · Warum

Jeden deduplizierten Befund erhalten.

Ein Satz pro dedupliziertem Befund. Keine Ein-Grund-pro-Karte-Regel. Bei DR = {} knapp angeben, warum kein anwendbarkeitsrelevanter Restbefund bleibt.

5 · Nicht gemeint

Truth-Neutralität, Scope und Comparator schützen.

Pflichtfeld. Es nennt Truth-Neutralität und die fallspezifische Scope-/Comparator-Grenze: PASS ist nicht Wahrheit, OPEN ist nicht Falschheit und LoA ist keine physikalische Widerlegung.

6 · Was würde einen neuen Lauf auslösen?

Record-Semantik erhalten.

Directive-/Record-Regel nennen. Neue Evidenz, materiell veränderte Praxis oder ein neuer Theoriestand erzeugt einen neuen Run; der alte wird nicht rückwirkend umgeschrieben.

02Sprachregel

Zweisprachiges Reporting bedeutet semantische Parität, nicht unabhängiges Umschreiben.

Feld 1 bleibt in der Originalsprache.

Das gelockte Zitat bzw. die eingefrorene Claim-Fassung bleibt zwischen EN und DE wort-/zeichengleich. Eine Leserhilfe darf nur außerhalb von Feld 1 und ausdrücklich als Erklärung oder Paraphrase markiert erscheinen.

Felder 2–6 werden lokalisiert.

EN und DE müssen semantisch äquivalent, nicht zwingend wörtlich identisch sein. Verdikt, Datum, Run-ID, Comparator und Zahlenwerte bleiben in beiden Sprachfassungen identisch.

03Erhaltungspflichten

Sieben harte Grenzen gelten über jede Verdichtung hinweg.

Claim preservation

Keine Erweiterung, kategoriale Aufwertung oder stillschweigende Übersetzung.

Comparator preservation

Benchmark- und modellrelative Claims bleiben benchmark- und modellrelativ.

Temporal preservation

tR bleibt Teil des Verdicts; spätere Evidenz erzeugt einen neuen Run.

Scope preservation

PASS, OPEN und LoA dürfen nicht über den gelockten Claim hinaus paraphrasiert werden.

Deficit preservation

Unabhängige deduplizierte Befunde dürfen nicht zu einem künstlichen „Hauptgrund“ verschmolzen werden.

Truth neutrality

PASS ≠ wahr · OPEN ≠ falsch · LoA ≠ physikalische Falschheit.

Record semantics

„New run“ und „audit correction“ sind verschiedene Operationen und dürfen nicht vermischt werden.

04Technische Metadaten

Audit-Metadaten sind intern an der Karte geführt und kein siebtes sichtbares Feld.

Jede Karte trägt: Report-Spec-Version, Run-ID, Quellrecord, letzte Kartenrevision und Sprachversion. Diese Felder dienen Audit und Regressionstest.

Gate G1 · FREIGEGEBEN

Reporting Specification v1.0 ist für die öffentlichen Run-Karten eingefroren. Das Fall-Reporting folgt ab jetzt derselben Sechs-Felder-Grammatik.